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Nothing that ever was changes

Charlottenburg-Wilmersdorf
2022

“Nothing that ever was changes” ist eine Spurensuche nach verlorenen und verdrängten Orten queerer Stadtkultur und nach jenen Personen und Pionier:innen, die diese zum Leben erweckt und begleitet haben. Zu Wort kommen Protagonist:innen der Vergangenheit und der Gegenwart, die das Leben und die politische Situation von LSBTIQ*+ Communities gestaltet und die queere Geschichtsschreibung der Stadt geprägt haben.

So erzählen sieben Hörbilder von vergessenen Möglichkeitsräumen und Sehnsuchtsorten – von Orten queerer Identifikation und Fürsorge, von Protest, Widerstand und Gleichberechtigung:
Von der ersten Deutschen Aidshilfe, in das Archiv des FFBIZ und in giftgrünem Fummel in die Deutsche Oper; von wilden Nächten im Lipstick, in die Klappe am Preußenpark, in den Nur-Für-Frauen-Buchladen Lilith und zum Berliner Tuntenball im ICC.  

ORTE

“Berlins beste Tresenschlampe”
Das Lipstick am Richard Wagner Platz

Eine Türsteherin in Generalsuniform, Liebeskummerratschläge am Bartresen, Lesben und Schwule die zu Verbündeten werden: Rosemarie Bijan, Besitzerin und Wirtin des Lipstick, über zehn wilde Jahre eines weltberühmten Frauenladens.

 

“Pink, Dotterblumengelb und Giftgrün”
Die Deutsche Oper als schwuler Treffpunkt

Bernd Gaiser erzählt von akribisch vorbereiteten Opernnächten, melancholischen Begegnungen am Bartresen, dem Berliner Tuntenstreit und wie die Magie der Bühne der schwulen Lebensrealität einen Kontrapunkt setzte. Erinnerungen an einen West-Berliner Mikrokosmos.

 

“Lilith: Nur Bücher von Frauen”
Kantstraße 125, Knesebeckstraße 86

Inge Morgenroth und Eva Meyer gründeten in den 70ern einen der ersten Frauenbuchläden in Berlin. Ein Austausch über Safe Spaces, den Buchladen als Ort wo auch mal die Fetzen flogen und warum es ein schönes Gefühl war der Polizei die Tür vor der Nase zuzuschlagen. 

 

“Eine ganz normale Wohnung.”
Die Anfänge der Deutschen AIDS-Hilfe

Die Telefonhotline im Küchenschrank: Der Rechtsanwalt Stefan Reiß erzählt von den sorgendurchdrungenen Anfängen der AIDS-Krise und den ersten provisorischen Hilfs- und Informationsangeboten in seiner Wohnung an der Niebuhrstraße 71. Über die Geburt einer unentbehrlichen Institution.

“Das schwule Leben ist eigentlich ausgestorben”
Die Klappe im Preußenpark

Raus aus den Klappen, rein in die Straßen! Rosa von Praunheim über das Toilettenhäuschen im Preußenpark als sozialer Punkt zwischen Lust und Scham, die Suche nach schnellem Sex und warum Homosexualität nicht Privatsache ist. Ein Rückblick auf die Klappe als Lokus schwuler Begegnung.

 

“Das Spiel mit der Identität”
Der Berliner Tuntenball im ICC

Mit voyeuristischer Leidenschaft fotografierte Dieter Matthes drei Jahre lang den Berliner Tuntenball im Berliner ICC: Reflektionen und Reflexionen von majestätischen Erscheinungen, Momenten der Selbstdarstellung und wie die Fantasie der Besucher:innen mit dem Versprechen der Architektur eins wurden.

 

“Vom Gedanken beseelt, Frauen gemeinsam sind stark”
Das autonome Bildungs- und Forschungszentrum FFBIZ

Ein Zuhause in der Danckelmannstraße: das unabhängige Lern-, Forschungs- und Erfahrungszentrum FFBIZ als Archiv und Begegnungsstätte für die Berliner Frauenbewegung. Die Mitbegründerin Barbara Martin über turbulente Anfänge in einem leerstehenden Haus, eine gemeinsame Vision und was davon nachhallt.

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„Nothing that ever was changes“ ist eine Zusammenarbeit von POLIGONAL – Büro für Stadtvermittlung mit Noam Brusilovsky. Gefördert von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Landesstelle für Gleichbehandlung gegen Diskriminierung.
Konzeption, Kuration, Projektleitung: Christian Haid, Lukas Staudinger; Künstlerische Leitung Hörbilder: Noam Brusilovsky; Projektassistenz: Helen Wandel; Sprecherin: Mareike Wenzel; Musik, Ton und Technik: Tobias Purfürst. 

Foto: Dieter Matthes